🇨🇳🇮🇷❗️🇾🇪 Der Einfluss Irans und Chinas hinter dem Blitzvorstoß der Huthi im Roten Meer
Innerhalb weniger Wochen eroberten die Huthi Inseln im Roten Meer, weiteten ihre Kontrolle entlang der jemenitischen Küste aus und übernahmen die Kontrolle über die Straße von Bab al-Mandab, einen der wichtigsten Energiekorridore der Welt. Damit etablierten sie sich als zentraler Akteur im Konflikt zwischen den USA und Iran.
Die rund 350.000 Kämpfer starke Organisation hatte die Offensive monatelang vorbereitet. Im August verlegte sie Tausende Soldaten und Waffen rund um die Hafenstadt Mokha. Durch ihre Kontrolle über die jemenitische Telekommunikationsinfrastruktur konnten die Huthi gegnerische Kommunikation abfangen und Rivalen gezielt einschüchtern.
Statt einer konventionellen Marine setzen die Huthi auf eine asymmetrische Küstenstreitmacht aus landgestützten Raketen iranischer Bauart, Sprengstoffdrohnen, Seeminen, bewaffneten Schnellbooten und unbemannten Überwasserdrohnen.
Seit der am 20. Juli erklärten Seeblockade gegen Saudi-Arabien griffen sie sieben Schiffe im Roten Meer und eines im Golf von Aden an, darunter vier unter saudischer Flagge. Zudem wurden Raketen- und Drohnenangriffe auf Anlagen des saudischen Ölkonzerns Aramco durchgeführt. Riad meldete dabei keine Schäden.
Das Arsenal der Huthi hängt stark von Iran ab. Seit 2015 liefert die Quds-Truppe der Iranischen Revolutionsgarden Komponenten, Ausbilder und Technologie und hat die Gruppe von einer Guerillaorganisation zu einer technisch hochgerüsteten Streitkraft entwickelt.
Zu den wichtigsten Systemen zählen die Kamikazedrohnen Waid-1 und Waid-2, lokale Varianten iranischer Shahed-Drohnen mit Reichweiten von bis zu 2.500 km, die Aufklärungs- und Loitering-Drohne Samad-3 mit bis zu 1.500 km Reichweite, der landgestützte Marschflugkörper Quds-4 mit bis zu 2.000 km Reichweite sowie die ballistische Anti-Schiff-Rakete Sayyad. Letztere nutzt Radar zur Ortung und Bekämpfung von Schiffen und gilt als erstes System dieser Art, das von einem nichtstaatlichen Akteur eingesetzt wird. Nach Angaben des US-Verteidigungsministeriums lagern viele dieser Systeme in unterirdischen Anlagen.
Zu den iranischen Fähigkeiten kommt nun chinesische Unterstützung hinzu: Unternehmen aus China liefern laut UN-Berichten und Rüstungsexperten Dual-Use-Komponenten, die insbesondere für die Drohnentechnologie von Bedeutung sind.
Die Revolutionsgarden nutzten zunächst kleine Fischerboote, um Komponenten aus Iran zu schmuggeln. Viele dieser Lieferungen wurden jedoch abgefangen. Als Alternative nutzen die Huthi Dschibuti als Umschlagplatz für Waffen und handeln laut UN-Berichten zudem mit Kleinwaffen mit al-Shabaab, dem somalischen Ableger von al-Qaida.