🇷🇺❗️📱 Russland wirft Telegram-Gründer Pawel Durow Unterstützung von Terrorismus vor – Telegram reagiert mit provokanter Geste
Der russische Inlandsgeheimdienst (FSB) hat Anklage gegen den Telegram-Gründer Pawel Durow erhoben. Ihm wird vorgeworfen, terroristische Aktivitäten begünstigt zu haben. Nach Angaben der Behörden sollen ukrainische Geheimdienste Telegram genutzt haben, um Anschläge auf russischem Staatsgebiet zu organisieren.
Als Reaktion veröffentlichte der offizielle Telegram-Account auf X ein Bild des aus Russland stammenden Unternehmers, auf dem er den Mittelfinger zeigt.
Laut FSB und dem russischen Ermittlungskomitee wurde ein auf Telegram verfügbarer Dating-Chatbot namens „Daivinchik/Leo“ von ukrainischen Agenten missbraucht. Diese hätten sich als junge Frauen ausgegeben, um russische Staatsbürger anzuwerben und unter Druck zu setzen, Sabotageakte sowie Angriffe auf Sicherheitskräfte und auf Infrastruktur in den Bereichen Verkehr, Energie, Kommunikation und Finanzen zu verüben. Nach Angaben des FSB wurden im vergangenen Jahr 46 auf diese Weise angeworbene Personen im Alter zwischen 12 und 22 Jahren festgenommen.
Die russischen Behörden erklärten zudem, Durow solle international zur Fahndung ausgeschrieben werden, machten jedoch keine näheren Angaben zum Verfahren. Interpol reagierte zunächst nicht auf entsprechende Anfragen. Eine mit der Angelegenheit vertraute Quelle erklärte, dass ein mögliches russisches Ersuchen um eine sogenannte „Red Notice“ vermutlich nicht kurzfristig bearbeitet würde.
Durow lebt in Dubai, das enge Beziehungen zu Russland unterhält. Kürzlich gab er an, sich in Georgien aufzuhalten; sein aktueller Aufenthaltsort ist jedoch unklar. Der in Russland geborene Unternehmer besitzt außerdem die Staatsangehörigkeit der Vereinigten Arabischen Emirate und Frankreichs. Vor Telegram gründete er das soziale Netzwerk VKontakte, verkaufte seine Anteile jedoch 2014 nach eigenen Angaben unter Druck der russischen Behörden.
Bereits 2024 wurde Durow in Frankreich festgenommen. Dort wird gegen ihn ermittelt, weil Telegram kriminelle Aktivitäten auf der Plattform angeblich nicht ausreichend bekämpft und nicht genügend mit den Strafverfolgungsbehörden zusammengearbeitet haben soll. Später durfte er Frankreich wieder verlassen, während die Ermittlungen fortgesetzt werden.
Durow weist sämtliche Vorwürfe zurück. Er betont, Telegram habe seine Verpflichtungen zur Moderation von Inhalten und zur Zusammenarbeit mit den Justizbehörden sogar übertroffen.
Im vergangenen April erklärte Durow außerdem, er habe eine Vorladung als „Verdächtiger“ an eine russische Adresse erhalten, an der er vor rund 20 Jahren gelebt habe. Dazu schrieb er:
„Sie müssen wohl vermuten, dass ich die Artikel 29 und 23 der russischen Verfassung verteidige, die die Meinungsfreiheit und das Recht auf vertrauliche Korrespondenz garantieren. Ich bin stolz darauf, daran schuldig zu sein.“